Samstag, 1. Oktober 2016

Therapeutisches Putzen

Ich habe gestern stundenlang einen wirklich dreckigen Kellerraum geschrubbt und tonnenweise Staubflocken, Spinnweben und anderen Schmutz beseitigt. Das hatte ich schon lange geplant, aber gestern war ein guter Tag dafür. Denn vorgestern habe ich etwas beendet, das sich nicht mehr richtig anfühlte.

Nach Monaten voller Frieden und Harmonie, voller inniger Zuwendung und heißer Leidenschaft gab es auf einmal Risse. Mir ging es sehr gut im letzten Jahr, aber in diesem Sommer hatte ich ein paar scheußliche Momente. Und genau da, als ich ihn dringend gebraucht hätte, kniff er und tauchte ab. Später rechtfertigte er sich damit, dass dies eben keine Liebesbeziehung sei und er mir nicht permanent zugewandt sei, sprich: Wenn er grade mit den Gedanken und dem Herzen anderswo ist, dann habe ich leider Pech gehabt.

Da gab es dann nicht mehr nur Risse, da brach auch etwas. Die Enttäuschung, dass er nicht mal wie ein guter Freund reagieren konnte, dass da einfach überhaupt keine Bereitschaft war, mal für ein paar Augenblicke für mich da zu sein (mehr wäre gar nicht nötig gewesen), verletzt mich. Alles, was ich bis dahin dachte, entpuppte sich als Illusion. Das, was zwischen uns entstanden war, taugt nicht für etwas Langfristiges. Nicht mal als bloße Affäre.

Die Trennung vollzogen wir leise, still und sehr friedlich. Er war geschockt, hatte trotz ausgiebiger Vorgespräche nicht damit gerechnet, dass ich tatsächlich gehen würde. Das erstaunte mich. Aber was hilft es? Er hatte nicht den Mut, nicht das Interesse, das Bedürfnis, was auch immer, um mir in seinem Herzen einen größeren Platz einzuräumen. Trotz aller Nähe, die im Laufe des Jahres zwischen uns gewachsen ist.

Dass die Trennung so friedlich vonstatten ging, ist eine völlig neue Erfahrung für mich. Wenn ich da an unser letztes Mal denke - puh, das war ein echtes Fiasko, von dem ich mich nur mühsam erholte. Und auch, dass ich es war, die die Reißleine gezogen hat, ist neu - noch dazu habe ich es rechtzeitig geschafft, bevor ich mich richtig schlecht fühlte. Mir scheint, langsam werde ich erwachsen.

Nach dem gestrigen Großputztag fühle ich mich heute krank und erschöpft. Entweder kriege ich eine fette Erkältung oder der Staub im Keller tat meiner allergischen Nase nicht gut. Wie auch immer, mir scheint, es ist ganz passend, jetzt erst mal schlapp zu machen. Auf diese Weise löst sich die ganze innere Anspannung, die mir bereits üble Blockaden in den Lendenwirbeln beschert hatte, sodass ich mehrere Tage nicht laufen konnte.

Was nun kommt - wer weiß das schon? Vielleicht tun wir uns in ein paar Monaten wieder zusammen (aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei). Vielleicht erscheint aber auch endlich mal jemand in meinem Leben, der ganz für mich da ist, nicht nur halb. Der keine Angst vor Gefühlen hat und seine Arme ausbreitet, wenn ich ihn brauche, statt abzuhauen. Mir scheint, allmählich wäre ich bereit dafür. Und ja, träumen darf man ja wohl noch, oder?

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Alma (Gast) - 17. Okt, 10:06

Aufgabe:

Finde das Muster heraus, nach dem Du Deine Männer wählst.
Und wenn Du es gefunden hast, ändere es.
Vorher wird das alles nix. ;)

feinstrick - 17. Okt, 10:38

Längst erledigt. ;-)
bonanzaMARGOT - 24. Okt, 12:16

war er polyamor unterwegs?

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