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    <title>Käthe Feinstrick : Rubrik:Balkonien</title>
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    <title>Käthe Feinstrick</title>
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    <title>Sommer vorm Balkon</title>
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    <description>Dies ist der erste Sommer seit vielen Jahren, in dem ich mich nicht in einem urlaubsleeren Büro ohne Aufgaben und Kollegen zu Tode langweile und mir statt zu arbeiten Sinnfragen stelle, wieder und wieder. Damals fühlte ich mich jedoch zu gelähmt, um Antworten zu finden und Entscheidungen zu treffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute suche ich immer noch nach Antworten, aber auf andere Fragen. Ich bin immer noch auf der Suche, aber ich fühle mich beweglicher, sehe Ziele vor mir, spüre, wie sich Nebel lichten. Ich habe das Gefühl, dass ich täglich der Erfüllung meiner Träume näher komme, in winzigkleinen Schritten, Stillstand und Rückschritte inbegriffen, aber diese schreckliche Lähmung ist verschwunden, diese Niedergeschlagenheit und Verzweiflung. Ich spüre, dass der Aufbruch sich jetzt schon lohnt, obwohl ein sehr hartes Jahr hinter mir liegt und vermutlich noch ein paar weitere harte Jahre vor mir liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich genieße die Sommerabende bei langen Spaziergängen an der Elbe. Anschließend sitze ich auf meinem Balkon, betrachte die Kräuterpflanzen in ihren Töpfen, sehe zu, wie sich die Dämmerung sanft über die Stadt legt und merke, wie die Leere in meinem Kopf sich langsam aber sicher mit Ideen füllt. Viele verrückte Ideen tauchen auf, Träume, die ich längst beerdigt glaubte, Wünsche, von denen ich nie dachte, dass ich sie mal haben würde. Ich gebe ihnen Raum und lasse sie wachsen, still und leise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Herz kommt auch ein wenig zur Ruhe, wenngleich von Gesundung noch lange keine Rede sein kann. Immer wieder nagen die Erinnerungen, beißen um sich, schleudern mir Bilder und Sätze entgegen, mal sanft und zärtlich, Sehnsucht suchend, Vergebung erbittend, mal wütend, schmerzhaft, verzweifelt. Fragen nach dem Warum wechseln sich mit Fragen ab, was ich hätte anders machen können, ob ich überhaupt anders hätte agieren können oder ob das Ergebnis nicht ohnehin von Anfang an fest stand, wie auch immer ich mich verhalten hätte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück bleibt viel Schmerz, Ratlosigkeit, Erschöpfung. Und Hoffnung. Hoffnung auf die Zukunft, dass sich dort alles fügen wird und sich mein Einsatz lohnt. Ich habe in den letzten Jahren viel riskiert, beruflich wie privat. Bisher scheine ich sehr viel verloren zu haben. Doch ich hoffe, dass ich eines Tages meinen Lohn für all den Mut, all das Engagement, für meinen leidenschaftlichen, aufrechten Gang erhalte. Bis dahin genieße ich einfach weiter den Sommer vorm Balkon und lasse meinen Träumen und Sehnsüchten freien Lauf.</description>
    <dc:creator>feinstrick</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://feinstrick.twoday.net/topics/Balkonien&quot;&gt;Balkonien&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 feinstrick</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-31T07:03:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://feinstrick.twoday.net/stories/4884883/">
    <title>Kommunikation</title>
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    <description>Gestern Abend fand ich auf meinem Balkon Verwüstungen vor. Einige Blumentöpfe, ein Teil der Balkonbrüstung und vor allem ein Stuhlkissen waren über und über mit feuchter Erde besprenkelt. Im ersten Moment dachte ich, ein Vogel hätte in einem der Töpfe gewühlt. Doch als ich das Kissen sah, wurde mir klar, dass das ein sehr großer Vogel gewesen sein müsste. Ich schloss Monsterangriffe in meinem Wohnviertel aus, und mit einem genervten Blick nach oben in Richtung Nachbarin sammelte ich alle Stuhlkissen ein und verzog mich ins Haus. Mir war schon den ganzen Tag über aufgefallen, dass vom Balkon über mir Wasser tropfte, auf meinen Blumentöpfen aufprallte und verspritze. Es lässt sich nicht vermeiden, dass Wasser beim Blumengießen über den Rand fließt und obwohl mich die Auswirkungen von oben ärgern, sage ich nichts dazu, weil meine Nachbarin unter mir wiederum vermutlich sehr unter meinem eigenen Hobbygärtnergetue leiden muss und das ebenfalls klaglos hinnimmt. Ein paar Häuser weiter bekam ich mal mit, wie zwei Nachbarinnen sich wegen eben jenes Sachverhalts lauthals von Balkon zu Balkon beschimpften. So weit muss es ja nicht kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich heute Morgen in die Küche kam, fiel mir beim Blick zum Balkon ein Kabel auf, das von oben quer zu den Nachbarn links von mir gespannt war. Bei näherem Betrachten entpuppte sich das Kabel als Paketband, an dessen Ende ein Notizzettel hing. Und bei noch näherem Betrachten entdeckte ich auf dem Zettel meinen Namen. Das Band sollte offenbar auf meinem Balkon landen, war aber durch den Wind nach links abgedriftet. Ich holte es ein und las staunend den kleinen Zettel. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Liebe Käthe Feinstrick, &lt;br /&gt;
ich bin am Einpflanzen  und gebe mir wirklich Mühe, nicht daneben zu krümeln und kleckern. Trotzdem ging bzw. geht etwas daneben. Tut mir leid. Hoffe, es ist nicht so schlimm. &lt;br /&gt;
Frau Nachbarin&lt;br /&gt;
P.S. Wenn es doch sehr schlimm ist bzw. war, sag mir einfach, was ich tun kann, um es wieder gut zu machen. (ich ziehe das Band morgen Abend wieder hoch).&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Das nenne ich mal eine originelle Kommunikation. Und natürlich ist es schlimm, dass mein Stuhlkissen schmutzig geworden ist, jetzt, wo ich das alles noch mal schwarz auf weiß lese. Das lässt sich nur durch einen extra großen Eisbecher wieder gut machen. Oder durch drei Monate Treppenhausfegen. Oder. Ich geh dann mal die Antwort schreiben.</description>
    <dc:creator>feinstrick</dc:creator>
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    <dc:date>2008-04-24T06:59:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://feinstrick.twoday.net/stories/4758302/">
    <title>Frühling</title>
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    <description>Dieser Frühling, der sich nicht so recht entscheiden kann, der überraschend ein paar Schneeflöckchen schickt und so tut, als sei er doch noch ein Winter, obwohl es den ja nie so richtig gab, jedenfalls in diesem Jahr nicht, dieser Frühling also, der sich noch so unentschlossen gibt, der vorwärts will, sich aber nicht traut, der all dem Vogelgezwitscher und den blühenden Krokussen und Kirschbäumen und Forsythien nicht glauben mag, der lieber zaghaft auf der Stelle tritt, statt selbstbewusst los zu stürmen und die Welt zu erobern, ganz darauf vertrauend, dass sie ihn liebt, so unbekümmert und jung wie er daher kommt, so frisch und neu, als sei er der erste Frühling, den sie jemals gesehen hat, und ach, diese Farben und der ganze Duft, betörend süß und so leicht, wie ein Windhauch nur im März sein kann, wenn er dem Winter entschlüpft, neckisch und verführerisch, Sehnsüchte weckt und die Fantasie anregt, Kälte und Dunkelheit vergessen lässt, auf dass wir nur noch leben, leben, leben und lieben, ja, auch das, und ach, dieser Frühling, diese Zaghaftigkeit und gleichzeitig diese Sehnsucht nach Leichtigkeit, nach Licht und Wärme, das alles lässt einen glatt vergessen, worüber man eigentlich schreiben wollte, und die Buchstaben springen einfach davon, verstecken sich hinter den ersten Gänseblümchen und den Narzissen, aber das macht gar nichts, denn so kann man einfach hinterher hüpfen und denkt nicht mehr daran, dass es noch mehr gibt im Leben als diese grenzenlose Heiterkeit.</description>
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